Markttechnik Deutschland KW16 2021

🍔 Wenn der kleine Hunger kommt... Inflation real betrachtet.

Kommentar KW 16 :  Markttechnik Deutschland KW16 2021 -Deutsch-

Inflation und aufkommende Zinssorgen sind im Moment die Hauptsorgenkinder der Börsianern. Da die Kurse bei Aktien zur Zeit auf breiter Front laufen, fragen sich viele, wie weit geht das noch gut. Die aktuellen April Werte zur Inflation sind gerade draußen, da wird es mal wieder Zeit einen Blick auf den aktuellen Stand zu werfen.

Gemessen wird Inflation durch die jĂ€hrliche PreisĂ€nderung bestimmter Warenkörbe an GĂŒtern und Dienstleistungen. Viele Faktoren spielen hierbei eine Rolle. Die Vereinten Nationen messen in der "Food and Agriculture Organization (FAO)" die PreisĂ€nderungen fĂŒr Nahrungsmittelpreise. Getreide, Pflanzenöle, Milchprodukte, Zucker und Fleisch werden hierbei aggregiert im FAO Food Price Index dargestellt (Grafik 1). An der Supermarktkasse bemerken wir es bereits. Lebensmittel werden durch die Corona Pandemie wieder signifikant teurer. Und dies ist kein regionaler Effekt, der sich mit BasiswertverĂ€nderungen oder Mehrwertsteuersenkungen relativieren lĂ€sst. Auch geopolitisch ist dieser Zustand durchaus kritisch zu sehen. Teure Lebensmittel trage auch ihren Beitrag zur sozialen Destabilisierung bei. 

Schauen wir aber nochmal zurĂŒck auf die blanken Zahlen. In den meisten Volkswirtschaften sind die April Daten bereits aktualisiert (Grafik 2). FĂŒr Europa und gerade Deutschland gilt, dass wir weiterhin inflatorische Tendenzen haben. Dies hat unterschiedliche GrĂŒnde. Der Basiswert Effekt aufgrund der Mehrwertsteuersenkung von 19% auf 16% im Juni 2020 wird sich bis zur Mitte diesen Jahres rechnerisch durchziehen. Infolgedessen sollte zur zweiten JahreshĂ€lfte ein preismildernder Effekt auftreten. Dennoch sehen wir auch echte Preistreiber, wie gerade beschrieben. Insgesamt sollten sich die Werte auf erhöhtem Niveau stabilisieren. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Situation in den USA. Hier sind in der Tat geldentwertende Tendenzen zu beobachten. Hierzu mehr in der kommenden Ausgabe.

Werfen wir noch einen Blick auf den DAXÂź (Grafik 3). In der abgelaufenen Woche konnte der deutsche Leitindex erneut ein Allzeithoch bei 15.473 ausbilden. Die 1,5 wöchige SeitwĂ€rtsbewegung wurde damit zunĂ€chst nach oben aufgelöst. Hier stoßen wir allerdings auch gleich auf die 138,2% Fibonacci Marke, deren Widerstand ĂŒberwunden werden will. Die Zielmarken vieler Analysten von gut 15.500 Punkten sind damit so gut wie erreicht. Viele Indikatoren sind wieder ĂŒberkauft, die VolatilitĂ€t gemessen am VDAX New bietet bei einem Stand von gut 17 zwar noch etwas Luft nach unten an, allerdings auch nicht mehr viel. Wie gut, dass die Notenbank auch weiterhin fĂŒr Nachschub an Geld sorgen. 

Lebensmittelpreise

Verbraucherpreise

DAX

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